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 Hier  entstehen die Informationsseiten
des saarländischen Blauen Kreuzes!

Da wir aus der großen Vielfalt des zur Verfügung stehenden Materials in erster Linie solche Beiträge auswählen und bearbeiten möchten, die sowohl den Orientierung suchenden “Einsteiger” in die Problematik ansprechen wie auch diejenigen, die sich schon länger in der Selbsthilfe und Suchtkrankenhilfe engagieren, werden unsere Info-Blöcke nur schrittweise fertiggestellt werden können.

Guten Gewissens können wir aber schon jetzt eine fachliche Information veröffentlichen, die aus dem Jahr 1902 stammt und 100 Jahre später immer noch brandaktuell wirkt.

Es geht im “Monatsblatt” um eine fachliche Auseinandersetzung mit dem Thema Alkoholismus, in der sogar deutliche Parallelen zur vier Jahrzehnte später einsetzenden statistisch geprägten Forschungsbemühungen des “Biometrikers” Jellinek zu erkennen sind.
Die nachfolgenden Zitate aus einem Vortrag von Dr. med. A. Sopp, praktischer Arzt in Frankfurt (Main), zeigen, wieviel man bereits über den
Krankheitsverlauf wußte oder wissen konnte.
In dem Referat, das im Blaukreuz-Verein Frankfurt gehalten wurde, heißt es unter anderem:

"Der Alkoholiker, welcher morgens beim Aufstehen infolge des
Zitterns seiner Hände kaum imstande ist, sich anzukleiden, gelangt erst zu einem relativ normalen Zustand und einer gewissen, allerdings meist äußerst dürftigen Leistungsfähigkeit, nachdem er einige Schnäpse zu sich genommen hat.
Betrachten wir nun einmal das
Bild eines Gewohnheitstrinkers etwas näher, so fällt uns vor allem eine eigentümliche Charakterveränderung auf: Das Gefühl für das, was er sich selbst und seinen Mitmenschen schuldet, geht dem Trinker zuerst verloren; die Feinheit des Empfindens stumpft sich ab.
Dazu gesellt sich bald
Selbstüberhebung gepaart mit Mißtrauen gegen die Umgebung, die seine edlen und guten Eigenschaften, wie er wähnt, nicht genügend anerkennt. Heftige Zornesausbrüche sind die gelegentlichen Folgen davon. Abwechselnd hiermit treten Zeiten schwerer Niedergeschlagenheit auf, der Trinker erkennt den Abgrund, vor dem er steht.
Er hat auch die Absicht, dem Laster zu entsagen, vermag es aber
nicht aus eigener Kraft, sondern muß immer wieder zur Flasche greifen, die ihm doch wenigstens vorübergehend Kraft und Selbstvertrauen wiedergibt.
Im Gefolge davon treten dann erneute
Gewissensbisse und gute Vorsätze auf. Die Folgen zeigen sich bald auf allen Gebieten, namentlich im Berufsleben. Der Kranke, wie wir ihn in diesem Stadium nennen dürfen, bringt nichts Rechtes mehr fertig, er wird vergeßlich, träge und ist, um nur wenigstens etwas leisten zu können, immer wieder auf das alte Reizmittel angewiesen.
Die bestangelegten Naturen können durch den Alkohol dauernd reizbar, zank- und streitsüchtig, roh und zum
Schrecken der Familie werden."
Diese Erkenntnisse finden damals wenig Beachtung in der praktischen Blaukreuz Arbeit. Sie geraten bald wieder in Vergessenheit und werden abgelöst durch andere Stellungnahmen, in denen der Alkoholismus auschließlich als Sünde dargestellt wird.
(Quelle: KLEMENT, Heinz (1990): Das Blaue Kreuz in Deutschland; Blaukreuz-Verlag Wuppertal, Seite 56ff /
Hervorhebungen J.K.)

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Zu einem kompakten Themen-Überblick mit einführenden Definitionen können wir Sie seit November 2001 auf die neu gestaltete Website des Blauen Kreuzes in Deutschland e.V. einladen.

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