Impressum:
Landesvorstand
Ruth Eifler
Am Pflanzgarten 29
66287 Quierschied
Fon/Fax
06897 - 63093

Miteinander Grundlagen Termine Gruppen Fach-Infos Surf-Tipps Sitemap
Betroffene
Homburg
Lebach
Sulzbach
Saarlouis
Betroffen
Betroffen
Betroffen

e-mail: info@blaues-kreuz-saarland.de

BETROFFEN!
 An dieser Stelle könnte auch ihre eigene Geschichte oder Meinung veröffentlicht werden

Sollten Sie von der Abhängigkeitsproblematik betroffen sein (wie auch immer: Sie ganz persönlich oder als Angehöriger, Freund/in, Kollege usw.) und den Wunsch verspüren, sich anderen mitzuteilen und an Ihren persönlichen Erfahrungen teilhaben zu lassen, so senden Sie uns ihren  Beitrag per e-mail oder Post (Adresse s. oben). Aus technischen Gründen könnten Kürzungen erfolgen; wir werden uns in diesem Fall mit Ihnen in Verbindung  setzen. Möchten Sie auch ihre persönliche Adresse veröffentlicht haben, um gegebenenfalls mit anderen Betroffenen in Kontakt zu kommen, so teilen Sie uns dies bitte ausdrücklich mit! Prinzipiell möchten wir zwar wissen, wer sich bei uns meldet, generell stehen die Autor(inn)en aber unter dem Schutz der bekannten Maxime “Anschrift der Redaktion bekannt”- was zählt, ist das was sie zu sagen haben. Wir freuen uns auf Ihre Beiträge!

Übersicht

Frau A. aus S., Angehörige

Jürgen: Alkoholprobleme? - Nein, danke

Karl-Heinz (77 J.): “Bitte ein Mineralwasser!”

Eine verwitwete Angehörige berichtet:

Hallo, ich war 20 Jahre verheiratet mit meinem Mann.
Davon 10 Jahre gut, schön, aber dann 10 Jahre schlecht.
Das heißt, mein Mann war Alki.
Der Anfang war schleichend, dann ging's los in der Familie; es mußte alles tabuisiert werden, alles blieb in der Familie. Da wir vier Kinder hatten, begann jetzt ein Leidensweg für mich und die Kinder.
Kein Geld für nix mehr. Die Kinder hatten Angst, Freunde mit zu bringen.
Sie schämten sich.

Im Anfang habe ich meinen Mann entschuldigt, wenn er durch den Alkohol nicht zur Arbeit konnte.
Ich hab' für ihn gelogen, hab' bei anderen alles schön geredet, habe meinen Söhnen Geld gegeben, daß sie ihre kleine Schwester zu sich ins Schlafzimmer nahmen, wenn ich mit meinem Mann wegging.
Dann habe ich mitgetrunken und mir eingebildet, dann trinkt er nicht so viel und die Flasche ist schneller leer. Aber all das war ein gewaltiger Irrtum.
Alles wurde immer schlimmer.
Durch den Alkoholkonsum wurde mein Mann gewalttätig; ich bezog jeden Tag Prügel.
Ich war die letzten Jahre unserer Ehe so einsam, wie man einsamer nicht sein kann, denn es gab keine Freunde mehr, keine Eltern oder Geschwister, ich war aus meiner Sicht nur noch ein Möbelstück und hatte das Gefühl, 1 Meter unter dem Boden zu gehen.
Auch gab's damals noch kein Frauenhaus. Der Spruch meines Mannes war immer: "Wo willst du denn hin?"
Wir hatten auch kein Heimatgefühl mehr, denn wir sind laufend umgezogen.
Mein ältester Sohn ist sehr früh von zuhause weggegangen.

Erst als dann nix mehr ging, haben wir erfahren, daß es Hilfen gibt.
Mein Mann war 2x in Entziehungskur. Aber er hat es nicht geschafft.
Mir ging es erst besser, als ich regelmäßig eine Gruppe besuchte und wieder ein Selbstwertgefühl bekam; da erfuhr ich auch, daß Alkoholsucht eine Krankheit ist.
Für meinen Mann kam jede Hilfe zu spät, er ist verstorben.
Er hatte dies alles nicht verkraftet.  Denn als er wieder zu trinken anfing, habe ich ihm gesagt, ich kann und will nicht mehr. Wir wollten uns scheiden lassen.
Nach dem Tod meines Mannes kam auch mein ältester Sohn wieder nach hause.
Die Gruppe und das ganze Blaue Kreuz ist nun meine Heimat

 A. aus S., 24.06.04                          
-nach oben-

Ein Betroffener schreibt uns (20.03.05):

Alkoholprobleme?
"Natürlich nicht!"
(- meine Aussage vor 22 Jahren -)

Es fing ganz harmlos an,schleichend...
Schule, Lehre, Hobbies, Freunde, erste Liebe, Verlobung, Entlobung.
Von nun an gings bergab:
Alkohol - um zu vergessen - zu verdrängen - um die verletzten Gefühle nicht zu spüren. Alkohol wurde mein Tröster, Begleiter, Stütze und scheinbare Hilfe in den verschiedensten Lebenslagen.

Ich hatte jetzt öfters Schuld und Schamgefühle wegen des Trinkens, versuchte auch mein Trinkverhalten zu erklären. Zeitweise versuchte ich, völlig abstinent zu leben. Langsam stellte sich auch ein Interessenverlust bei mir ein.
Der Alkohol rückte zunehmend in den Mittelpunkt meines Lebens und beherrschte mein Denken und Fühlen. Aus Gewöhnung wurde Sucht. Die Abhängigkeit war da (Kontrollverlust); es gab kein Zurück zum “normalen Trinken”.
Es dauerte noch lange, bis ich mir eingestand: „Ich bin Alkoholiker.“
Als ich körperlich und seelisch am Ende war, nahm ich endlich Hilfe an.
In einer Langzeittherapie (6 Monate) bekam ich wieder Hoffnung für meine Zukunft. Ich habe dort erfahren, dass Alkoholismus eine Krankheit ist und ich etwas dagegen tun kann ...
Nach meiner Therapie besuchte ich eine Sebsthilfegruppe des Blauen Keuzes. Dort sind meine Wurzeln.
Ich gründete später selbst zwei weitere Gruppen und machte die Erfahrung, dass es möglich ist, „trocken“ ein zufriedenes Leben zu führen.Jürgen vor der FEG Lebach

Sucht hat viele Gesichter. Ich hatte keine Beziehung mehr zu mir, zu meinem Nächsten, zur Gesellschaft und letztlich auch zu Gott. Um gesund zu werden, musste ich diese Beziehungen in kleinen Schritten wieder herstellen.
Es hat sich gelohnt.
Ich habe das Leben wieder neu entdeckt. Ich habe eine liebe Frau geheiratet, mit der ich glücklich bin.
In der Freien Evangelischen Gemeinde Lebach habe ich Menschen gefunden, die mich so annehmen wie ich bin, und ich fühle mich dort gut aufgenommen.

In Lebach habe ich am 15.März 2005 eine
Begegnungsgruppe des Blauen Kreuzes gegründet. Ich kann nur einladen, die Gruppe zu besuchen. Es lohnt sich, „trocken“ zu werden und „trocken“ zu bleiben.
Sie können so kommen wie Sie sind...

Ich heiße Jürgen und bin Alkoholiker                                
-nach oben-

 Karl-Heinz G. aus Saarbrücken (16.09.06):

"Bitte ein Mineralwasser!"

Wenn ich, Karl-Heinz G. aus K., in einer Kneipe etwas Nicht-Alkoholisches bestelle, werde ich oft mißtrauisch angesehen. Meist werde ich gefragt, warum ich kein Bier trinke...
Die Antwort ist für mich ganz einfach. Ich kann nicht mehr, weil ich Alkoholiker bin. Zuckerkranke sollen schließlich auch keinen Kuchen essen, wenn sie gesund leben wollen.
Ich bekenne mich öffentlich zu meiner Krankheit.

Mit meinem Trinken hatte es vor etwa 35 Jahren begonnen. Damals nahm ich regelmäßig Schmerztabletten ein wegen eines Bandscheibenleidens. Als die Wirkung der Tabletten nachließ, griff ich immer häufiger zum Alkohol. An die teuflische Verbindung zwischen Alkohol und Tabletten dachte ich damals noch nicht. Es kam soweit, daß die Medikamente nur noch In Verbindung mit Alkohol wirkten, den ich immer häufiger in mich hineinschüttete.

1971 stellte mein Hausarzt fest, dass ich alkoholkrank bin.
„Ich kann nichts für sie tun, sie müssen sich selbst helfen und helfen lassen" sagte mein Hausarzt. Ich nahm mein Schicksal in die Hand und meldete mich zu einer 6-monatigen Kur am Bodensee.
Nach der Kur besuchte ich in Saarbrücken eine Selbsthilfegruppe ("Freundeskreis Saar"). Der Besuch der Gruppe ließ immer mehr nach und ich verlor den Kontakt; immer in der Gefahr, zur Sucht zurückzukehren.

Nach 7 Jahren war es dann soweit, wie mir voraus gesagt wurde. Wenn du den Kontakt verlierst, bist du gefährdet.

Ich hatte wieder ein Bier in der Hand. Ich dachte, ich bin wieder gesund. Innerhalb einiger Tage war ich wieder da, wo ich 1971 war. Es wurde jedoch viel schlimmer. Ich ging wieder in die Gruppe nach Saarbrücken. Ich war seelisch so am Boden, daß ich mich entschied, für 4 Wochen nach Ludweiler zu einer Entgiftungskur zu gehen.
In dieser Zeit nahm ich Verbindung mit dem "Blauen Kreuz Sulzbach" auf, wo ich seelisch wieder aufgebaut und mir geholfen wurde, den Glauben an Gott, an mich selbst und das Weiterleben zu finden. Das war im Jahr 1978.

Diesen beiden Gruppen bleibe ich weiterhin treu, denn ich brauche sie.
Ich darf nicht vergessen und werde nie vergessen, daß mir in dieser Zeit meine Frau, meine Kinder und sehr viele Freunde zur Seite standen, die Verständnis dafür hatten, daß es eine Krankheit ist.
Ich glaube nicht, daß ich weiterhin so zufrieden leben kann ohne eine gute Zusammenarbeit mit meiner Familie, meinen Freunden und Mitmenschen.

Ich bin bereit, jedem der Hilfe braucht, zu helfen.                           
-nach oben-

Betroffen
Betroffen
Betroffen